April 21

Überhöhte Gaspreise!


Die Energieexperten Gunnar Harms (Köln) und Uwe Leprich (Saarbrücken) stellten in ihrer Studie fest, dass die untersuchten Gasversorger für das zweite Quartal 2009 Preissenkungen von nur etwa 12 Prozent angekündigt haben, obwohl nach der allgemeinen Entwicklung der Ölpreise eine Preissenkung von rund 24 Prozent angemessen gewesen wäre. Im 1. Halbjahr erzielen die Gasversorger damit ungerechtfertigte Mehrerlöse von mehreren 100 Millionen Euro!

Für diese Studie wurden fünf Großversorger verglichen, darunter der Oldenburger Energiekonzern EWE, die Helmstedter E.ON-Tochter Avacon, die Berliner Gasag, die Münchner Erdgas Südbayern und die Rheinenergie Köln.




Der Sprecher vom Mieterbund, Ulrich Ropertz, kritisierte, dass die Preisänderung der an den Ölpreis gekoppelten Gaspreise scheinbar nur bei steigenden Preisen richtig funktioniere. Im Vergleich zum Oktober 2008 ist der Ölpreis momentan nur halb so hoch, deshalb müssten derzeit auch die Gaspreise weiter runter. Im ersten Quartal haben nur 397 Gasversorger die Preise gesenkt (davon 207 Unternehmen im Januar, 108 Unternehmen im Februar und 82 Unternehmen im März 2009), die übrigen 466 Versorger senkten ihre Preise erst zum 1. April 2009.

Da war jedoch der Winter bereits vorbei! Mit dieser Hinhaltetaktik kassierten die großen Versorger überhöhte Gewinne, durch unrechtmäßig hohe Tarife. Der Verbraucher-Internetdienst „toptarif“ forderte die Verbraucher erneut auf, teure Anbieter zu wechseln, damit würden sie bis zu 400 Euro einsparen können.